Reiseeindrücke

Ich fühle mich als Bürge dieser ganzen wunderschönen Welt und darauf bin ich stolz. Esperanto kombiniert mit meiner Reiselust haben mich schon an viele Ecken und Enden dieser Welt gebracht und doch zieht es mich immer wieder in die Ferne. Ich konnte in meinen wilden Studienjahren noch zur Zeit des eisernen Vorhangs dank Esperanto hinter diesen Vorhang reisen und mit Pasporta Servo privat bei Freunden übernachten – zu einer Zeit als viele hier im Westen nicht einmal wussten, dass es diese Länder gab und Europa spätestens im Burgenland zu Ende war. Unterwegs war ich mit allen möglichen Verkehrsmitteln auf dem Wasser, zu Land und in der Luft. 1984 radelten wir beispielsweise in einer Gruppe von über 100 Esperanto-Freunden mit BEMI (Biciklista Esperantista Movado Internacia = 1980 von mir in Deutschland gegründete Internationale Esperanto-Radfahrer-Bewegung) von Passau bis nach Debrecen einer Stadt im Osten Ungarns nahe der damals Sowjetischen Grenze und 1990 verschlug es mich als Generalsekretär des Esperanto-Weltjugendbundes nach Playa Giron, jenem historischen Ort, wo die Kubaner 1961 den Krieg gegen die USA für sich entschieden und in heroischem Kampf die Invasion des technisch weit überlegenen Gegners zurückschlugen, um dort meine heutige Frau Nelida kennenzulernen.

Auf all meinen Reisen habe ich immer wieder auf der ganzen Welt durch Esperanto-Freunde getroffen, für die ich eben kein Ausländer sondern ein „Samideano“ war und wir konnten uns auf Augenhöhe ohne sprachliche Benachteiligung des andern miteinander unterhalten, wo hingegen Englisch ausserhalb des englischen Sprachgebiet immer nur für oberflächliche Kontakte gut war.